Tour 2: Deutschlands Osten

Route:

Wil –Bregenz – Lindau (Besuch auf dem Camping Gitzenweiler Hof) – Ravensburg – Ulm – Würzburg (Stellplatz am Main) – Schweinfurt – Thüringen: Eisenach – Bad Langensalza (Stellplatz Friederiken Therme) – Gotha – Erfurt – Weimar (Parkplatz Bad Schwansee) – Naumburg – Sachsen: Leipzig (Camping Kulkwitzer See) – Schleenhain (Braunkohle Tagebau) – Zwickau – Chemnitz (Waldcamping Erzgebirge) – Annaberg-Buchholz – Bergwerk Markus-Röhling-Stolln – Mittweida (Burg Kriebstein) – Dresden – (Stellplatz Schaffer Mobil) – Moritzburg – Pirna – Königstein (Camping Königstein) – Bad Schandau (Toskana Therme) – Sächsische Schweiz – Bastei – Bautzen – Görlitz (Stellplatz Rosenhof) – Bad Muskau – Cottbus – Lübben / Spreewald (Spreewald-Camping) – Potsdam (Sanssouci) – Oranienburg – Neustrelitz / Mecklenburgische Seenplatte – Waren (Camping Kamerun) – Krakow – Güstrow – Autobahn bis Greifswald – Stralsund (Stellplatz «An der Rügenbrücke») – Insel Rügen – Nationalpark Jasmund – Putgarden (Parkplatz Kap Arkona) – Sassnitz – Prora – Binz – Lobbe (Camping «Dat Standdörp») – Stralsund – Ribnitz-Damgarten – Rostock (Parkplatz St.Peter) – Wismar – Schwerin (Stellplatz bei der Bootswerft am Ziegelsee) – Hamburg (Camping Buchholz) – Lüneburg – Dannenberg – Gartow (Camping an der Therme Gartow) – Magdeburg (Stellplatz am Elbufer) – Halle – Erfurt – Bamberg (Stellplatz Rhein-Main-Donau-Damm) – Nürnberg – Augsburg – Bad Wörishofen (Stellplatz an der Therme) – Bad Aulendorf (Carthago-City) – Meersburg – Fähre – Konstanz – Wil

Reisedauer: 8 Wochen

Zurückgelegte Strecke: total 5'200 km

Tagebuch:

Am Freitag, 19. August 2016 starten wir zu unserer zweiten langen Tour: Ziel sind die sechs neuen Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Osten Deutschlands sowie Hamburg.

Bevor es richtig los geht fahren wir zu unserem ehemaligen Dauercampingplatz Gitzenweiler Hof in Lindau am Bodensee. Hier besuchen wir unsere Freunde aus dem kleinen Walsertal. Wir freuen uns auf das Wiedersehen und verbringen ein paar gemütliche Stunden miteinander. Wir übernachten auf dem Stellplatz vor dem Camping (24 Euro).

Am Samstag fahren wir über Ravensburg – Ulm – Würzburg. Auf dem Stellplatz direkt am Main beziehen wir Quartier (die Nacht kostet 8 Euro Parkgebühr, Strom und Wasser sind kostenfrei). Der Platz ist zentrumsnah gelegen und deshalb etwas laut. Wir besichtigen die schöne Altstadt und die Jakobskirche.

In einem der vielen Strassencafés trinken wir einen Apéro. Abends lassen wir uns im Womo geräucherte Forelle und ein Glas Weisswein schmecken. Währenddessen gleiten einige Frachter und Flusskreuz-fahrtschiffe an uns vorbei.

Die Wartburg, das Wahrzeichen von Eisenach

Sonntag, 21.8.: Weiterfahrt auf der Autobahn nach Schweinfurt – Meiningen. Die Weiterfahrt nach Eisenach hat es in sich, da eine Umleitung – trotz Navigation – uns im Kreis herumführt. In Eisenach suchen wir vergebens nach einem vernünftigen Stellplatz, so parkieren wir bei einem Supermarkt und fahren mit den Rädern in die Altstadt. Zuerst wollen wir die Pfarrkirche St.Georg besichtigen (Taufkirche von Johann Sebastian Bach) – diese ist jedoch für eine Orchesterhauptprobe gesperrt. Wir schlendern durch die Strassen und schauen viele schöne Riegelhäuser an. Wir wollen mit den Rädern zur Wartburg fahren und entscheiden uns etwa nach halber Distanz (steile Strasse) zur Umkehr. Am frühen Nachmittag entscheiden wir uns zur Weiterfahrt nach Bad Langensalza. Wir parkieren auf dem Stellplatzgelände der Friederiken Therme (4 Euro + Kurtaxe, sowie 1 Euro für 10 Std. Strom) und geniessen die schöne Saunalandschaft in der Therme www.friederikentherme.de.

Gotha, Schloss Friedenstein

Montag, 22.8.: Weiterfahrt nach Gotha (Stadtbesichtigung) – Erfurt (erfolglose Suche nach einem zentrumsnahen Stellplatz, nur am Messegelände möglich) – Weimar. In Weimar stellen wir unser Womo auf dem Parkplatz am Bad Schwansee ab. Hier gibt es für etwa 30 Womos Platz, jedoch nur 10 Strom-anschlüsse. Wir finden noch einen schönen Platz und Strom (6 Std. für 1 Euro); Frischwasser gegen Gebühr sowie eine WC- und Abwasserentsorgungsstation (Parkgebühr ist keine fällig, da die Anlage ausser Betrieb ist). Wir fahren mit den Rädern in die nahe Altstadt und besichtigen diese ausgiebig. Hier begegnen wir häufig Spuren von Goethe und Schiller (z.B. ihre Wohnhäuser). Nach einem schmackhaften und äusserst preiswerten asiatischen Nachtessen im Freien fahren wir zum Womo zurück.

Immer wieder: riesige Getreidefelder

und unzählige Windparks

Dienstag, 23.8.: Wir fahren über Land nach Naumburg. An uns ziehen immer wieder riesige Getreide-ackerflächen (bereits geerntet) sowie viele Windräder zur Stromerzeugung vorbei. In Naumburg parkieren wir auf dem grossen Parkplatz Vogelweide und fahren mit den Rädern in die nahe Innenstadt. Es gibt hier einen grosszügigen Marktplatz mit wunderschönen Barock- und Renaissancehäusern. In der Nähe steht die behäbige Wenzelskirche (der hl. Wenzel ist der Schutzpatron der Stadt). Höhepunkt unseres Stadtrund-ganges ist die Besichtigung des imposanten Doms St.Peter und Paul. Gegen eine Eintrittsgebühr ist ein ausgiebiger Rundgang durch den riesigen Bau möglich.

Naumburg, Dom St.Peter und Paul

Nachher entscheiden wir uns zur Weiterfahrt nach Leipzig zum Campingplatz Kulkwitzer See (21 Euro pro Nacht + Gebühr für Duschen). Der Platz ist einfach, ohne fixe Platzeinteilung, aber sehr schön direkt am See gelegen.

Am Kulkwitzersee

Geniessen am Kulki

Mittwoch, 24.8.: Wir marschieren zur nahe gelegenen S-Bahn-Station und fahren mit der Bahn ins Zentrum (Haltestelle Markt). Die Stadt imponiert durch pulsierendes Leben und einzelne, herausragende Bauten, wie das alte Rathaus, die Thomaskirche, die Alte Börse und vor allem die Nikolaikirche. Die Nikolaikirche war bekanntlich einer der Treffpunkte für die Öffnung der DDR im Jahr 1989. Das moderne Leipzig zeigt sich vor allem bei der Universität und dem City-Hochhaus (Restaurant und Aussichtsplattform auf 120 m im 29. Stock), sowie durch die vielen riesigen Kaufhäuser – ein Shoppingparadies. Wir geniessen das sommerliche Wetter und beschliessen nochmals zwei weitere Tage auf dem Camping am Kulki zu bleiben.

Leipzig: Nikolaikirche

Innenansicht Nikolaikirche

Donnerstag, 25.8.: Heute machen wir eine Fahrradtour dem Kulkwitzersee entlang – leider sind die teils wunderschönen Radwege so schlecht markiert, dass wir uns einigemale verfahren. Wir fahren dann an den Cospuderersee, wo wir Sonne und glasklares Wasser geniessen. Dann radeln wir wieder zurück zu unserem Platz – bei 35 Grad, 25 km. Rund um Leipzig ist eine Neuseenlandschaft mit 17 Seen aus ehemaligen Braunkohlegruben (Tagebau) entstanden.

Braunkohle-Tagebau bei Leipzig

Freitag, 26.8.: Esther bleibt am Platz und macht es sich am See gemütlich. Ich fahre mit dem Rad zur russischen Gedächtniskirche St.Alexi. Diese Kirche wurde 1912/13 zu Ehren der 22'000 gefallenen Russen in der Völkerschlacht errichtet. Weiter fahre ich am alten Messegelände vorbei, welches mit einem Doppel-M gut erkennbar ist. Mein Tagesziel ist jedoch das Völkerschlachtdenkmal, welches für die 130'000 Toten und Verwundeten der Armeen von Russland, Österreich, Preussen und Schweden, die im Jahr 1813 Napoleons Armee besiegt hat, errichtet wurde. Dieses monumentale Denkmal kann innen besichtigt werden, worauf ich jedoch verzichte. Den Heimweg finde ich nur dank meiner Radkarte, welche ich an Kreuzungen häufig zu Hilfe nehmen muss. Nach 45 km bin ich wieder zuhause und liege dann zu Esther an den Strand. Es ist wiederum ein sehr schöner und heisser Tag.

Russische Gedächtniskirche St.Alexi

Völkerschlachtdenkmal

Samstag, 27.8.: Wir verlassen den Campingplatz am Kulkwitzersee und fahren Richtung Zwenkau – Borna, vorbei am riesigen Kraftwerk  Lippendorf (2 Kühltürme) bis zum Tagebau-Aussichtspunkt des Schleenhain-Baufeldes (Braunkohle Tagebau). In dieser Gegend gibt es immer noch zwei grosse Abbaufelder. Weiterfahrt nach Zwickau mit Stadtbesichtigung. In der alten Brauerei (ehemalige Priesterhäuser aus dem 12. Jahrhundert) neben dem Dom geniessen wir ein schmackhaftes Mittagessen. Zwickau und Zschopau waren in der ehemaligen DDR die Hochburgen des Automobilbaues. In Zwickau treffen sich an diesem Samstag viele Trabbifans auf einer grossen Wiese zu einem Fest. Wir fahren weiter bis nach Adorf, wo sich ein Perlmuttmuseum befinden soll. Die «Stadt» macht jedoch einen erbärmlichen, verlassenen Eindruck, so dass wir wieder umkehren. Der weite Weg hat sich definitiv nicht gelohnt. So beschliessen wir, wieder zurück Richtung Chemnitz zu fahren und suchen im Navi nach Stell- und Campingplätzen in der Nähe von Chemnitz. Wir entscheiden uns für den Waldcamping Erzgebirge in Amtsberg (Dittersdorfer Höhe). Wir sind überrascht ab der schönen, idyllischen und ruhigen Lage – zudem herrscht wenig Betrieb und wir werden freundlich empfangen.

Auf dem Waldcamping Erzgebirge bei Chemnitz

Esthers Haustiere auf dem Waldcamping – ihr Liebling: der Hahn «Guschti»

Sonntag, 28.8.: Wir unternehmen eine kleine Radtour nach Zschopau, wo zufälligerweise das alljährliche Schützenfest beim Schloss stattfindet. So geniessen wir das Frühschoppenkonzert der Blasmusikkappelle und fahren danach wieder zum Campingplatz. Am Abend fahren zur Pension Dittersdorfer Höhe und gönnen uns im Garten ein feines Abendessen. Vom Gartenrestaurant geniessen wir einen traumhaften Blick in das Erzgebirge.

Eingang zum Markus-Röhling-Stolln

Eindrückliche Führung durch den Stollen

Montag, 29.8.: Wir fahren mit dem Womo nach Annaberg-Buchholz und besichtigen das ehemalige Bergwerk Markus-Röhling-Stolln. Mit der Bergwerkbahn werden wir ca. 1'500 m in den Stollen gefahren und erkunden die eindrücklichen Stollen zu Fuss. Der fachkundige Führer erzählt uns von der strengen, und gesundheitsschädigenden Arbeit der Bergleute (Durchschnittsalter etwa 40 Jahre). Viele der Stollen wurden im 15. Jahrhundert von Hand mit Hammer und Meissel vorangetrieben. Später mit mechanischen Bohrern und bei den letzten Versuchen zwischen 1948-1952 mit grossen Maschinen. Zuerst wurde Silber gewonnen, dann Kobalt, welches nach Holland für die Porzellanfabrikation (blaue Farbe) verwendet wurde. Nachdem die Holländer das Kobaltblau synthetisch herstellen konnten, war der Absatz vorbei. Schlussendlich wollten die Russen nach dem zweiten Weltkrieg Uran gewinnen, was aber erfolglos war. Im Jahr 1990 organisierten sich ehemalige Bergleute zu einem Verein und machten einen kleinen Teil des Stollens frei für Besucher. Nach dieser eindrücklichen Besichtigung fahren wir in die Altstadt zur spätgotischen Kirche St.Annen. Das riesige Kirchenschiff zeigt eine der schönsten spätgotischen Einrichtungen.

Blick auf Annaberg-Buchholz mit der grossen, imposanten Kirche St.Annen

Marktplatz in Annaberg-Buchholz

Innenansicht spätgotische Kirche St.Annen

Burg Kriebstein, in der Nähe von Mittweida

Wohnmobilstellplatz Schaffer-Mobil in Dresden

Dienstag, 30.8.: Nach einem Abstecher zur Burg Kriebstein erreichen wir den Stellplatz Schaffer-Mobil in Dresden. Der Stellplatz gehört dem Mobilhändler und die Einfahrt führt durch das Betriebsgelände und somit sind die Zu- und Abfahrten von den Betriebszeiten abhängig. Der Stellplatz hat für 100 Womos parzellierte Flächen mit Stromanschluss (mit 50 Cent-Münzen zu bezahlen) und ein Sanitärgebäude mit 2 Duschen (1 Euro pro Münze) sowie WCs und Lavabos. Es gibt eine zentrale Entsorgungsstelle mit Frischwasser gegen Gebühr. Die Lage ist zentral (mit Strassenbahn oder Bus) sowie Nahe dem Elbradweg (ca. 4 km bis ins Zentrum). Wir testen den Radweg sofort und sind begeistert. Wir besichtigen die Altstadt, mit Frauenkirche, Semper Oper, Zwinger und weiteren Sehenswürdigkeiten. Wir besorgen uns auch noch Eintrittskarten für die Oper Eugen Onegin, von Pjotr I. Tschaikowsky für den Donnerstagabend sowie eine Führung mit Orgelklängen am Freitagabend in der Frauenkirche.

Dresden

Fürstenzug

Zwinger

Schloss im Abendlicht

Mittwoch, 31.8.: Es ist wiederum ein wunderschöner und warmer Tag und wir fahren wieder mit unseren Fahrrädern ins Zentrum. Zuerst machen wir eine rund eineinhalbstündige Dampfschifffahrt auf der Elbe mit anderer Blickweise auf die vielen Baudenkmäler. Anschliessend spazieren wir durch die Altstadt, besichtigen die Frauenkirche und schlendern durch die Prager Strasse mit den vielen Kaufhäusern und Einkaufspassagen bis zum Hauptbahnhof.

Frauenkirche

Innenansicht Frauenkirche

Donnerstag, 1.9.: Heute fahren wir mit unseren Rädern der Elbe entlang, Richtung Radebeul. Wir stellen aber bald fest, dass es keine Möglichkeit gibt, die Elbe zu überqueren, da wir auf der falschen Seite sind. So beschliessen wir, in Gohlis, bei der Windmühle etwas zu trinken und wieder zurück zu fahren. Im Elbepark essen wir zu Mittag und kaufen noch Lebensmittel ein. Auf dem Stellplatz ruhen wir etwas aus, bevor wir uns für den Opernbesuch bereit machen. Bei heissem Wetter und in Abendrobe gehen wir zur Tramhaltestelle und fahren in die Stadt. Vor der Oper trinken wir noch einen Apéro, bevor wir die prunkvolle Semperoper betreten. Wir nehmen Platz auf unseren guten Plätzen (Parkett) und sind gespannt. Es wird uns eine sehr schöne Inszenierung der Oper Eugen Onegin von Pjotr I. Tschaikowsky dargeboten.  Imposante, technisch aufwendige Kulissen überzeugen ebenfalls. Musikalisch ist die Oper sehr gefällig und die Hauptdarsteller beherrschen ihre Rollen sehr überzeugend. Für diese aussergewöhnliche Darbietung bezahlen wir 65 Euro pro Person. Nach dem genussvollen Abend sitzen wir zum Schlummertrunk in eines der vielen Boulevardrestaurants – der milde Abend lässt die Zeit vergehen, so dass wir noch das letzte Tram verpassen (glücklicherweise gibt es genügend Taxis).

Semper Oper

Imposanter Saal in der Oper

Gespannt warten wir, bis der Vorhang fällt

Freitag, 2.9.: Heute lösen wir eine Familientageskarte für 9 Euro und benutzen ausgiebig Strassenbahn und Bus. Wir fahren zuerst zum Panometer, wo wir das eindrückliche Panorama «Dresden im Barock» von Yadegar Asisi besichtigen (www.asisi.de). Das Panorama ist auf 3 m breite Stoffbahnen gedruckt, welche auf 360 Grad zusammengenäht sind. Durch die hohe Raumhöhe, das Kreisrund, die verschiedenen Plattformen und Licht (Tageszeiten) sowie Ton entsteht eine sehr lebendige Präsentation.

Barockes Dresden von Yadegar Asisi im Panometer

Anschliessend fahren wir mit dem Bus in die Neustadt. Vor weiteren Besichtigungen kehren wir auf der Gartenterrasse Waldschlösschenbrauerei ein. Wir besichtigen die Molkerei Pfunds, den Albertplatz, die Neustädter Markthalle, die goldene Statue August der Starke und laufen über die Augustusbrücke zum Theaterplatz. Wir machen noch einen Abstecher zur ehemaligen Zigarettenfabrik Yenidze (erbaut im Stil einer Moschee). Um 20 Uhr erwarten wir in der Frauenkirche eine Führung mit Orgelklang. So erfahren wir Vieles über die Geschichte und Neuzeit der Kirche und lauschen den wunderbaren Klängen der Kern-Orgel.

Keramikmarkt in Dresden

Samstag, 3.9.: Wir fahren mit den Rädern nach Dresden Neustadt zum Keramikmarkt beim Goldenen Reiter. Hier zeigen Kunsthandwerker aus der näheren und weiteren Umgebung ihr teilweise sehr kunstvollen Keramikarbeiten. Die Auswahl ist riesig und es gibt für jeden Geschmack etwas. Eine kleine Festwirtschaft mit einer Zigeunermusik sorgt für das leibliche Wohl und Unterhaltung. Wir schlendern nochmals durch das schöne schattige Quartier, bevor wir zur Kreuzkirche radeln. Um 17 Uhr findet das wöchentliche Kreuzchor-Vesper statt. Die grosse Kirche wird bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir erwarten gespannt den Einzug der 135 Kruzianer (so werden die Mitglieder des Kreuzchores genannt). Die Vesper ist als Gottesdienst mit kurzer Andacht gestaltet sowie einem Konzert des über 800jährigen Knabenchores sowie einem Orgelzwischenspiel. Die Musikdarbietungen sind von höchster Güte und begeistern, auch wenn wir sonst keine Knabenchormusik hören. Nach dem eindrücklichen Konzertgottesdienst radeln wir wieder zu unserem Stellplatz.

Kreuzkirche

Altar mit Kreuz in der Kreuzkirche

Sonntag, 4.9.: Heute verlassen wir Dresden nach vielen bleibenden Eindrücken in Richtung Moritzburg. Unglücklicherweise findet heute die Hengstparade im Gestüt bei der Moritzburg statt, so dass der Verkehr spätestens 2,5 km vorher gestoppt wird. Es heisst parkieren und 1 km bis zur Shuttlebus-Haltestelle laufen und auf den Bus warten und weitere 1,5 km laufen – wir entscheiden uns zum Laufen. Das Schloss Moritzburg leuchtet schon von Weitem in seiner ganzen Pracht entgegen. Es ist von einem See und einem weiten Park umgeben. Wir besichtigen es von allen Seiten und steigen nachher in den Shuttlebus ein, welcher uns bis zum Womo zurückbringt. Jetzt sehen wir riesige Besucherströme uns entgegenkommen und wir sind froh, dass wir bereits auf dem Rückweg sind. Wir fahren nach Pirna, machen eine kurze Stadtbesichtigung und essen zu Mittag – nun beginnt es zu regnen (erstmals nach zwei Wochen). In Königstein fahren wir auf den Campingplatz Königstein direkt an der Elbe (aber auch sehr nahe zu Bahn und Strasse).

Moritzburg bei Dreden

Montag, 5.9.: Es ist immer noch regnerisch; wir fahren nach Bad Schandau zur Toskana-Therme. Die Therme ist sehr schön und bietet alle Möglichkeiten zur Entspannung, Wir geniessen den Tag in den Saunen und Dampfbädern. Abends essen wir beim Italiener im Zentrum von Königstein.

Die Sächsische Schweiz mit der Bastei

Auf der Bastei

Dienstag, 6.9.: Morgens ist es immer noch neblig und feucht. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren zur Bastei. Etwa 3 km vorher parkieren wir auf dem P+R_Parkplatz und warten auf den Pendelbus. Leider fährt dieser erst ab 10.30 Uhr und so warten wir noch 30 Minuten. Die Felslandschaft der Bastei ist sehr eindrücklich – das Wetter ist leider immer noch bewölkt. Weiterfahrt nach Bautzen, welches wir mit einem Spaziergang besichtigen – eine schöne Stadt! Dann fahren wir nach Görlitz zum Stellplatz Rosenhof (ca. 3,5 km in die Altstadt). Wir nehmen die Räder und fahren in die Altstadt, wo wir den Strassen entlang schlendern und die eindrückliche, gotische Peterskirche besichtigen. Nach einem ausgiebigen Nachtessen fahren wir zurück auf den Stellplatz.

Bautzen, Zentrum der Oberlausitzer Sorben

Mittwoch, 7.9.: Heute fahren wir in den Spreewald nach Lübben zum Spreewald-Camping Lübben direkt am alten Hafen, mitten in der Stadt. Der Platz ist sehr idyllisch und recht ruhig gelegen. Wir spazieren zur Spree, vorbei am schönen Strandbad zum Fährhafen «Flottes Rudel». Nach dem kurzen Rundgang machen wir eine rund eineinhalbstündige Kahn-Rundfahrt auf der Spree. Die Fahrt ist ein Genuss, so ruhig und entspannend – einfach die Natur geniessen. Nach der Rückkehr kehren wir beim Gurken-Paule ein.

Mit dem Kahn auf der Spree

Gurken, die Spezialität im Spreewald

Donnerstag, 8.9.: Esther macht heute erstmals grosse Wäsche. Bei sommerlichen Temperaturen trocknet diese sehr schnell. Wir radeln auf dem schönen Radweg der Spree entlang nach Lübbenau. Lübbenau ist rasch erkundet und nach einem Imbiss (deftiges Spreewaldbrett) fahren wir wieder nach Lübben zurück (total ca. 25 km). Wir spazieren noch durch das Stadtzentrum und besichtigen die Paul-Gerhardt-Kirche. Diese ist nach dem bekannten Kirchenlieddichter benannt, der hier lange gewirkt hat und auch hier begraben ist. Wir geniessen den restlichen Sommertag auf unserem Campingplatz.

Ruhiges Dahingleiten auf der Spree

Auch die Deutsche Post kommt mit dem Kahn nach Lehde

Freitag, 9.9.: Wir stehen bereits um 09.15 Uhr am alten Hafen, um eine Tagesfahrt mit einem Kahn zu buchen. Eine Vorausreservierung ist nicht möglich und es müssen mindestens 10 Personen mitfahren wollen, damit der Fährmann die Tour macht. Bis 10 Uhr sind die 10 Personen zusammen (max. 28 Pers. haben Platz) und los geht’s, Richtung Lübbenau, nach Lehde. Der Fährmann stakt mit seinem Ruder und wir gleiten ruhig dahin. Die Wassertiefe muss mindesten 50 cm betragen (40 cm Tiefgang) und bis maximal 4 m kann der Fährmann mit dem Rudel staken – grössere Tiefen werden mit dem Motor befahren. Die Fahrt ist traumhaft schön.

Samstag, 10.9.: Heute sind wir kreuz und quer mit dem Fahrrad unterwegs, wir erkunden die Umgebung von Lübben und Lübbenau.

Stärkung mit typische Spreespezialität

Sonntag, 11.9.: Wir mieten für einen Tag ein Zweierkanu und paddeln auf der Spree, dabei passieren wir auch drei Schleusen. Es ist ein herrlicher Tag und wir geniessen es auf dem ruhigen Wasser. Am Abend spüren wir allerdings in Armen und Händen Krampferscheinungen.

Kranichzug

Montag, 12.9.: Bei wiederum herrlichem Sommerwetter brechen wir auf Richtung Luckau, bzw. Freesdorf zum Aussichts- und Beobachtungsturm Borcheltsbusch. In dieser Gegend machen viele Kraniche jeweils einen Zwischenhalt, bevor sie dem Winter Richtung Süden entfliehen. Tausende Vögel kommen aus Skandinavien, Polen und dem Baltikum hieher und ziehen dann weiter nach Frankreich und Spanien. Der beste Beobachtungszeitpunkt ist jeweils morgen früh, bevor sie zu den abgemähten Maisfeldern fliegen, um Nahrung aufzunehmen oder bei Dämmerung, wenn sie zum Schlaf hieher kommen. Am späten Morgen sehen wir vom Turm aus keinen einzigen Vogel. Wir fahren weiter Richtung dem Natur-Erlebniszentrum Wanninchen und plötzlich sehen wir ganze Gruppen dieser grauen, stolzen Vögel. Da sie sehr scheu sind, können wir sie nur aus der Ferne beobachten. Dann fahren wir nach Potsdam weiter zum Campingplatz Sanssouci direkt am Templiner See. Nach dem Einchecken nehmen wir unsere Fahrräder hervor und fahren noch in die Stadt (ca. 7 km bestens ausgebaute Fahrradwege, alles flach dem See entlang).

Auf dem Campingplatz Sanssoucci in Potsdam

Potsdam mit Landtagsgebäude (Brandenburg) und Nikolaikirche

Nikolaikirche und Altes Rathaus

Brandenburger Tor

Holländer Viertel

Nauener Tor

Filmmuseum

Dienstag, 13.9.: Heute steht des Schlossparkes Sanssouci auf dem Programm. Da dieser nur ca. 5 km vom Camping entfernt ist, geht das prima per Fahrrad. Leider kann man auf dem riesigen 290 ha Areal nur bedingt mit dem Fahrrad unterwegs sein, da es weitgehend verboten ist, die Wege zu befahren. Wir bestaunen zuerst die Universität Potsdam, dann gegenüber das Neue Palais (zurzeit in Renovation). Von dort spazieren wir etwa 2 km durch eine schnurgerade Allee bis zum Schloss Sanssouci. Unterwegs begegnen wir den Neuen Kammern (ebenfalls in Renovation) und dahinterliegend der Historischen Mühle. Auf dem Rückweg kommen wir noch am Chinesischen Haus vorbei. Wir könnten hier noch  das Orangerieschloss, das Schloss Charlottenhof sowie die Römischen Bäder sowie die riesige Parkanlage besichtigen. Unglaublich, was Friedrich II., der Grosse hier im 18. Jahrhundert begann und Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861) erweiterte. Die grosse Hitze und die weitläufigen Anlagen machen müde. So beschliessen wir den Tag ruhig auf dem Campingplatz.

Universität Potsdam im Schlosspark Sanssouci

Neues Palais

Neue Kammern mit alter Mühle

Im Schlosspark Sanssouci

Schlossanlage Sanssouci

Mittwoch, 14.9.: Wir warten mit unseren Fahrrädern beim nahen Hotel Seminaris auf das Wassertaxi (offizielles Verkehrsmittel mit Haltestellen, analog einem Bus). Nach einer gemütlichen eineinhalbstündigen Fahrt über den Templiner See, die Havel, den Tiefer See und den Jungfernsee erreichen wir die Meierei. Von hier radeln wir zum Schloss Cecilienhof, weiter entlang der ehemaligen Mauer zur Glienicker Brücke (welche einmal West und Ost trennte) zum Park und Schloss Babelsberg. Nach einem Rundgang fahren wir Richtung Stadtzentrum ins Holländische Viertel, wo wir in einem Tailändischen Restaurant hervorragend essen. Nachher radeln wir der Havel entlang zurück zu unserem Campingplatz und ruhen aus. Am Abend machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang dem Templiner See entlang.

Wassertaxi

Schloss Babelsberg

Donnerstag, 15.9.: Bei weiterhin sonnigem und sehr warmem Wetter (das nun ununterbrochen seit vier Wochen!) nach Neustrelitz und Waren zur Mecklenburgischen Seenplatte. Die Fahrt durch kilometerlange Eichenalleen war wunderschön. Wir beziehen einen schönen Platz auf dem Camping Kamerun bei Waren.

Neustrelitz

Campingplatz Kamerun bei Waren

Freitag, 16.9.: Wir besuchen mit unseren Fahrrädern die Altstadt Waren und bummeln durch die Strassen, besichtigen die beiden evangelischen Kirchen St. Marien und Georgen. Sitzen am Hafen in einem Restaurant und geniessen das Treiben der vielen Urlauber. Wir studieren die vielen Angebote der Schifffahrtsgesellschaften und entschliessen uns für eine abendliche Kranichfahrt. Da diese erst um 18 Uhr beginnt, fahren wir nochmals zum Camping zurück. Das Schiff ist gut gefüllt und fahren ca. eine Stunde zur Halbinsel Grosser Schwerin vor Röbel. Hier treffen sich jährlich tausende Kraniche auf ihrem Rückzug von Skandinavien nach Frankreich und Spanien. Wir sehen viele Züge, welche hieher kommen um zu Übernachten und anderntags wieder auf Futtersuche gehen (v.a. Maisstoppelfelder). Leider ist es während dieses Spektakels zwischen 19 und 20 Uhr schon sehr dunkel, dass das Fotografieren nur schwer möglich ist – auch die relativ grosse Distanz zu den Vögeln erschwert das. Bei Vollmond fahren wir mit dem Schiff wieder zurück nach Waren und mit den Fahrrädern auf den Camping, wo wir um 21.30 Uhr eintreffen.

Waren an der Müritz

Samstag, 17.9.: Heute Morgen ist es bedeckt und recht frisch (etwa 10 Grad kühler, als an den bisherigen Tagen). Es wird aber doch noch ein recht schöner und milder Herbsttag (über 20 Grad, doch der Wind frischt auf). Wir unternehmen eine Fahrradtour übers Land, nach Klink (Besuch eines grossen «Bauernmarktes»), nach Grabenitz, Göhren-Lebbin und Untergöhren am Kölpinsee. Göhren wird durch das riesiges Ferien-/Golfresort «Fleesensee» geprägt und wirkt sehr steril. Es gibt auch kaum eine Möglichkeit in einem normalen Restaurant einzukehren. Unsere Rundfahrt ist etwa 35 km lang und wir fahren durch grosse Ackerlandschaften.

Sonntag, 18.9.: Nach dem Frühstück bei klarem blauem Himmel und Sonnenschein (im Süden Deutschlands und in der Schweiz regnet es heftig) radeln wir in die Altstadt Waren. An der Schiffsstation kaufen wir Tickets für eine zweistündige 3-Seen- und Kanalfahrt. Unser Schiff fährt ab Waren auf der Müritz (Deutschlands grösster Binnensee) über den Kanal auf den Kölpinsee, weiter durch einen Kanal zum Fleesensee. Von diesem See können wir unsere gestrige Radeltour nochmals verfolgen. Bei wunderbarem, aber stark windigem Wetter geniessen wir auf dem Oberdeck die schöne Fahrt. Wieder in Waren angelangt, gönnen wir uns einen Fisch in einem guten Restaurant am Hafen.

Stralsund, Rügenbrücke

Montag, 19.9.: Wir verlassen Waren und fahren über Röbnitz und Malchow weiter auf der Autobahn nach Stralsund zum Stellplatz «An der Rügenbrücke». Dieser Platz wird vom Caravancenter Dahnke betrieben und ist ganz neut mit sehr guter Infrastruktur (Duschen, WC, Abwasch, Strom-/Wassersäulen und parzelliert für 55 Womos. Nach der Ankunft marschieren wir zur Altstadt (ca. 15 Min. zum Neuen Markt) und besichtigen die wichtigsten Bauten (Backsteingotik). Nach dem ausgedehnten Stadtbummel suchen wir ein Restaurant zum Essen und entscheiden uns für die Brasserie am Neuen Markt. Wir werden mit einem schönen Ambiente, gutem Service und ausgezeichnetem Essen belohnt.

Marienkirche in Stralsund

Dienstag, 20.9.: Da es doch noch eine Strecke zu Fuss in die Altstadt ist, nehmen wir heute die Fahrräder. Wir bummeln nochmals durch die Strassen und geniessen am Hafen einen Kaffee. Nachher fahren wir zum Stellplatz zurück. Esther liest im Buch und ich fahre mit dem Rad über den Damm nach Altfähr (Rügen). Es ist nochmals ein schöner, milder Herbsttag. Am Abend wollen wir beim Hafen zum Asiaten zum Essen fahren.

Stralsund: Rathaus, im Hintergrund Nikolaikirche

Museumsschiff Gorch Fock im Hafen von Stralsund

Mittwoch, 21.9.: Wir fahren über die neue, im Jahr 2007 eröffnete Brücke nach Rügen. Zuerst besuchen wir den Nationalpark Jasmund, der wegen der ausgedehnten, einmaligen Buchenwäldern zum Unesco Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Wir besuchen den Königsstuhl (mit 118 m der grösste Kreidefelsen auf Rügen) und fahren dann weiter nach Putgarden. Hier stellen wir unser Womo auf dem Parkplatz Kap Arkona ab, um zu übernachten (keine Infrastruktur). Mit den Rädern fahren wir zum nahen Kap Arkona (nördlichster Punkt Rügens) und ich steige die 164 Stufen im neuen Leuchtturm hoch und geniesse die schöne Aussicht. Anschliessend fahren wir zum Fischerdörfchen Vitt und steigen noch die Treppen runter zum Ufer der Kreidefelsen. Nach einem leckeren Abendessen kehren wir zum Womo zurück.

Auf dem Leutturm Kap Arkona

Nationalpark-Zentrum

Königsstuhl

Bei den Kreidefelsen

Donnerstag, 22.9.: Heute gibt es erstmals keinen Nespresso-Kaffe, sondern einen aufgebrühten Cappucino, da wir keinen Stromanschluss haben. Nach dem Frühstück fahren wir nach Sassnitz – dieser Ort hat eigentlich keine Sehenswürdigkeiten und ist auch sonst nicht schön. Es gibt den grossen Fährhafen mit Verbindungen nach Skandinavien und den Ostblock – der liegt allerdings ausserhalb und wir fahren nicht hin. Ebenso fahren wir an Prora vorbei. Dieser Ort war ein KdF-Seebad, wo nur Militärs oder Parteiangehörige Urlaub machen durften. Es gibt einen 4,5 km langen Betonblock, wo die Urlauber früher logierten – heute teilweise ein Museum. Wir machen Halt in Binz, dem pompösesten Seebad auf Rügen. Dort besuchen wir auch die eindrückliche Sandskulpturen-Ausstellung. Dann fahren wir zum Camping «Dat Standdörp» in Lobbe. Es ist ein grosser Platz direkt an der Ostseeeküste, mit guter Infrastruktur und einem neuen, schönen Restaurant. Leider führt die Hauptstrasse Mitten durch den langen Platz, was teilweise entsprechenden Verkehrslärm verursacht.

Seebad Binz

Sandskulpturen-Ausstellung

Freitag, 23.9.:  Heute ist eine Radtour durch das Mönchgut angesagt. Wir fahren in schöner Natur auf wunderbaren Radwegen nach Baabe und Sellin. Wir schauen uns das schöne Seebad Sellin an und bummeln durch den Ort.

Seebad Sellin

Samstag, 24.9.: Heute fahren wir mit den Rädern südwärts zum Seebad Thiessow. Schöner Radweg durch den Kiefernwald zum verträumten Ort. Wir fahren weiter zum Klein Zicker See und weiter nach Gargen. Im Sommer ist in dieser Gegend sicher wesentlich mehr los, jetzt scheint alles ausgestorben. Zurück auf dem Camping lesen wir im Buch und ruhen aus, bevor wir nachmittags nach Göhren fahren. Dieser Ort ist wesentlich lebhafter und hat auch eine schöne Strandpromenade, wo doch noch recht viele Touristen anzutreffen sind.

Am Strand in Lobbe

Sanddorn: Diese Frucht begegnet uns auf Rügen an jeder Ecke – in Form von Konfitüre, Likör, Salbe usw.

Sonntag, 25.9.: Es wird wiederum ein herrlich sonniger Tag – die Temperaturen bewegen sich immer noch um die 20 Grad. Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir unsere Badesahen und laufen zum Strand (nur einige Schritte). Mutig steigen wir in das doch schon recht kühle Meer und planschen ein wenig – zum Schwimmen ist es doch recht kalt. Wir liegen in den feinen Sand und geniessen die Sonne. Allmählich frischt der Wind auf, so dass wir zusammenpacken und mit den Rädern nach Göhren fahren. Im Kurparkpavillon findet das letzte Konzert in dieser Saison statt. Es spielen die drei Mönchguter Fischköppe heimatliche Klänge. Bei herrlichem Sonnenschein hören wir diese Klänge und gehen dann beim Italiener zum Essen.

Die «Fischköppe» unterhalten bestens

Montag, 26.9.: Heute ist etwas früher Tagwache, da wir eine Tagestour mit Bahn und Schiff unternehmen wollen. So radeln wir zum Bahnhof Göhren, wo kurz vor 10 Uhr der Rasende Roland (Dampfzug) nach Lauterbach Mole tuckert und ab Dort ein Ausflugsschiff auf uns wartet und um die Insel Vilm bis nach Baabe fährt. Zum Ortskern bringt uns dann eine Bimmelbahn. Wir bummeln durch den Ort, geniessen ein feines Thai-Essen und fahren noch die letzte Station mit dem Rasenden Roland wieder nach Göhren zurück.

Der «Rasende Roland»

Dienstag, 27.9.: Wir radeln durchs Mönchgut bis zur Fähre (Ruderboot) nach Moritzdorf und dann entlang dem Sellinersee nach Sellin. Wir bummeln nochmals durch das Dorf und trinken auf der Seebrücke einen Kaffee. Nachmittags liegen wir nochmals an den schönen Strand bei unserem Camping und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Fährverbindung nach Moritzdorf

Mittwoch, 28.9.: Wir fahren mit dem Bus (gratis mit der Kurkarte) nach Sellin ins Bad «Ahoi Rügen». Es ist ein schönes Bad, leider hat die Saune erst ab 14 Uhr geöffnet und es gibt keine Massageangebote mehr. Trotzdem geniessen wir den Tag in der Therme. Abends waschen wir alle Frottéetücher und gehen zwischenzeitlich im Strandrestaurant essen.

Donnerstag, 29.9.: Nach acht schönen Tagen im Mönchgut (so heisst der südliche Zipfel von Rügen) verlassen wir heute den Campingplatz (115 Euro für 7 Nächte, alles inklusive). Bei starkem Wind fahren wir über die Autobahn nach Rostock. Wir parkieren auf einem schönen, praktisch leeren Parkplatz unterhalb der Peterskirche Nahe dem Alten Markt (10 Euro für 24 Std.). Nach dem Bummel durch die Stadt und an den Stadthafen gehen wir beim «Alex» fein essen. Die Nacht ist trotz zentraler Lage recht ruhig.

Rostock: St.-Petri-Kirche

Freitag, 30.9.: Wir verlassen Rostock und fahren weiter nach Wismar. Kurz vor der Altstadt parkieren wir das Womo auf dem Carparkplatz. Wir besichtigen die eindrückliche Backsteingotik, bzw. was davon noch übriggeblieben ist. Auch in der Kirche wollte jeder Ort die noch grössere und prunkvollere Kirche besitzen, was zu einem völlig übertriebenen Wettstreit führte. Die Kirchenbauten waren ursprünglich alle der katholischen Kirche zugehörend; heute sind sie evangelisch-lutherisch. Nachher fahren wir weiter nach Schwerin an den Ziegelsee auf den Stellplatz bei der Bootswerft, direkt am See (15 Euro inkl. Strom und Dusche). Wir radeln etwa 2 km bis zum prunkvollen Schloss (Landtag Mecklenburg-Vorpommern). Das Schloss mit seinem Park überstrahlt alle anderen Sehenswürdigkeiten.

Schloss Schwerin (Landtag Mecklenburg-Vorpommern)

Samstag, 1.10.: Wir fahren wieder mit den Rädern in die Stadt. Gut konnten wir gestern die Sehenswürdigkeiten noch fotografisch festhalten – heute ist es sehr bedeckt und neblig. Wir besichtigen die grosse gotische Backsteinkirche und schon beginnt es zu regen, dass wir beschliessen, in die Einkaufszentren zu gehen. Es hat viel Volk, aber keine wirklich interessante Shops, dass es uns bald verleidet. Wir tilgen unseren Hunger im zufällig ausgewählten Steakhouse und sind sehr positiv angetan von den stilvollen Räumlichkeiten (Kerzenlicht am Mittag) und dem ausgezeichneten Essen. Nachher radeln wir zum Womo zurück und «wohnen» den Rest des Tages.

Sonntag, 2.10.: Um die gewohnte Zeit (so um 09.30 Uhr) brechen wir auf Richtung Hamburg. Bis zur Autobahn ist es eine sehr mühsame Fahrt auf teilweise miserablen Strassen. Kurz vor Mittag erreichen wir den Campingplatz «Buchholz» in Hamburg-Stellingen. Wir bekommen gerade noch den letzten Platz, denn das offizielle Angebot in Hamburg ist rar. Auf irgendeinem lärmigen Parkplatz wollen wir nicht abstellen, da wir doch 5 Tage bleiben wollen. Der Camping Buchholz erweist sich allerdings auch als besserer Stellplatz – die Womos stehen dicht gedrängt, ohne Freiraum für Tisch und Stühle. Wir lösen eine Gruppenfahrkarte für Euro 11.60 (gilt 1 Tag für alle öffentlichen Verkehrsmittel) und fahren mit Bus Nr. 4 zum Rathausplatz. Wir bummeln durch die Speicherstadt und das neue Hafenviertel. In der Innenstadt essen wir beim Italiener (Ponton) auf der gut gewärmten Terrasse – es regnet zwischenzeitlich stark.

Rathaus Hamburg

Speicherstadt

Kirche St.Michaelis – von den Hamburgern liebevoll «Michel» genannt

Innenansicht Kirche St.Michaelis

Das neue Wahrzeichen Hamburgs: Elbphilharmonie (Eröffnung im Januar 2017)

Montag, 3.10. (Feiertag: Tag der Einheit): Das offizielle Berlin feiert in Dresden mit riesigem Sicherheitsaufwand im Zwinger und in der Semperoper. Wir fahren mit Bus und U-Bahn zu den Landebrücken. Im Tourismusbüro kaufen wir Tickets für das Musical «Lion King» für Donnerstagabend. In Hamburg läuft dieses Musical statt die vorgesehenen drei Jahre bereits seit 15 Jahre mit über 10 Millionen Besuchern – wir sind gespannt. Wir spazieren ausgiebig durch das neue, architektonisch interessante Hafenviertel. Wir geniessen in der wärmenden Sonne einen Milchkaffee und fahren mit dem Linienschiff bis zum Fischmarkt – dieser findet leider nur noch am Sonntagmorgen von 05.00 bis 10.00 Uhr statt. Wobei das Amüsieren oder die durchzechte Nacht ausklingen lassen den höheren Stellenwert als der Fischhandel haben soll. Wir schlendern nach St.Pauli durch die Reeperbahn (ist tagsüber nicht interessant). Auf der Reeperbahn plagt uns der Hunger und wir finden zufällig den besten Asiaten Hamburgs – und essen hervorragend chinesisch. Nachher laufen wir wieder zu den Landebrücken und stossen auf ein Plakat: Lichterfahrt mit dem Schiff. Wir kaufen zwei Tickets und verbringen die Zeit bis 19.30 Uhr mit Warten. Wir werden mit einer sehr schönen und eindrücklichen, eineinhalbstündigen Fahrt durch die Speicherstadt und die Häfen belohnt. Vor allem das Beladen der riesigen Frachtschiffe (bis 360 Meter Länge) ist eindrücklich – alle Schiffe müssen über Nacht gelöscht und wieder beladen werden. Um 23 Uhr kommen wir müde in unserem Womo an.

Dienstag, 4.10.: Durch die Empfehlung unseres Platzwartes fahren wir mit unseren Velos in die Stadt. Die angeblich schönen Radwege entpuppen sich als teilweise gefährliche Holperwege und die Beschriftung der Radwege ist sehr mangelhaft, so dass wir ohne ständiges Konsultierens des Stadtplanes den Weg nicht finden würden. Auf unserer Fahrt kommen wir am «Michel» (Kirche St. Michaelis) vorbei und besichtigen diesen eindrücklichen Bau. Das Kirchenschiff ist riesig, eindrucksvoll und auch sehr schöne. Es gibt drei Orgeln, welche auch täglich um 12 Uhr für 15 Minuten bespielt werden. Wir schlendern durch die Einkaufsstrassen und kaufen für Esther Thermounterwäsche, da sie immer kalt hat. Mit einem Hochdeckerbus unternehmen wir eine Stadtrundfahrt durch die Innenstadt, das Hafenviertel und rund um die innere und äussere Alster. Entlang der äusseren Alster reihen sich Villen an Villen – eine schöner als die andere. Nach der Rundfahrt radeln wir wieder heimwärts – auch wieder mit häufigem Studium des Stadtplanes.

Miniatur Wunderland: Hamburg im Kleinformat

Mittwoch, 5.10.: Wir fahren mit dem Bus Nr. 4 und stellen fest, dass dieser nach Altona fährt, statt zur U-Bahn-Station Schlump – so kommen wir zu einer zusätzlichen, schönen Stadtrundfahrt. Am Bahnhof Altona steigen wir um auf den Bus 111 mit Ziel Hafen City. Nach einigen Schritten erreichen wir unser Ziel Miniatur Wunderland. Da nebst uns, noch viele andere das gleiche Ziel haben, müssen wir knapp eine Stunde auf den Einlass warten. So können wir uns bei einem Kaffee und viel Literatur auf die Ausstellung vorbereiten. Wir sind überwältigt von diesen wunderbaren, grossen und eindrücklichen Anlagen – diese Vielseitigkeit, detailgetreuen Miniaturen und der technischen Ausstattung. So schauen wir gespannt auf die fahrenden Züge, Autos, Seilbahnen und Flugzeuge und die Lichtspiele zwischen Tag und Nacht. Nach knapp drei Stunden verlassen wir die Ausstellung und stärken uns mit einem schmackhaften Mittagessen. Gut gestärkt marschieren wir zu den Landebrücken und kaufen Tickets für eine grosse Hafenrundfahrt mit dem Schiff. Bei bedecktem Himmel und starkem Wind bestaunen wir nochmals die riesigen Hafenanlagen und vor allem den Containerhafen und die Trockendocks. Mit starken Eindrücken verlassen wir frierend, aber zufrieden das Schiff und wärmen uns mit einem Kaffee wieder auf. Mit U-Bahn und Bus fahren wir zu unserem Camping zurück.

Eindrückliche Hafenrundfahrt

Hafenkrahn an Hafenkran, um die Frachter rasch zu löschen

Riesiges Containerschiff

Donnerstag, 6.10.: Heute ist unser letzter Tag in Hamburg. Da wir praktisch alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen haben, fahren wir mit Bus und U-Bahn zu den Landungsbrücken und laufen dann zum alten Elbtunnel. Nach dem Hin und Zurücklaufen (je ca. 500 m) gehen wir zur Michaeliskirche, wo jeweils um 12 Uhr eine kurze Andacht mit Orgelklängen stattfindet. Nach eindrücklichen Klängen und einem Gebet marschieren wir zum Rathaus. Wir trinken im Kaufhaus einen Kaffee und gehen zum Bus. Überrascht sehen wir eine riesige Polizeieskorte die vor dem Rathaus steht und alle Strassen sind abgeriegelt. König Gustav und Silvia sind auf Deutschlandbesuch und verlassen gerade das Rathaus. Nach einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei und wir können in den Bus einsteigen. Wir ruhen uns im Womo etwas aus und machen uns um 16 Uhr bereit für das Musical «König der Löwen». Im Portugiesenviertel kehren wir beim Italiener ein und essen sehr schmackhaft und günstig. Mit dem Shuttleschiff überqueren wir die Elbe und freuen uns auf das Musical. Ein buntes Spektakel erwartet uns auf der Bühne mit vielen Tieren (ausgezeichnet dargestellt). Gegen Mitternacht treffen wir müde auf dem Campingplatz ein.

Musical «König der Löwen»

Freitag, 7.10.: Wir verlassen Hamburg Richtung Lüneburg und fahren bis Gartow zum entsprechenden Campingplatz. Dieser liegt mitten in der Natur, Nahe am Gartower See und direkt neben der Wendlandtherme. Den restlichen Tag verbringen wir in den Saunen der Therme.

Samstag, 8.10.: Thermentag in der www.wendlandtherme.de.

Magdeburg: Dom

Sonntag, 9.10.: Wir fahren weiter bis Magdeburg auf den Stellplatz direkt an der Elbe (keine Infrastruktur). Bei einem Stadtbummel besuchen wir verschiedene Kirchen (katholische Petrikirche) und den Dom. Ebenso besichtigen wir das Hundertwasserhaus und geniessen in einem Restaurant ein feines Essen. Auf dem Weg zum Womo spazieren wir noch durch den Lunapark.

Hundertwasser-Haus, Magdeburg

Montag, 10.10: Wir machen Zwischenhalt in Bamberg und parkieren unser Womo auf dem Stellplatz am Heinrichsdamm. Der Platz hat eine gute Infrastruktur und es sind nur einige Minuten zu Fuss in die Innenstadt. Bamberg hat eine wunderschöne Altstadt und mit zwei imposanten Kirchen.

Bamberg, Altes Rathaus

Dom «St.Peter und St.Georg»

Pfarrkirche «Zu Unserer Lieben Frau»

Dienstag, 11.10: Weiterfahrt nach Bad Wörishofen auf den Stellplatz der Therme.

Mittwoch, 12.10.: Entspannungstag in der Therme www.therme-badwoerishofen.de.

Donnerstag, 13.10.: Wir treffen wieder zu Hause ein. Nach 4'200 km unfallfreier Fahrt und vielen, wunderschönen Eindrücken unserer Reise freuen wir uns auf den Komfort zu Hause.