• Cervo (Ligurien)

  • Bonifacio (Korsika)

  • Bussana Vecchia (Ligurien)

  • Porto Vecchio (Korsika)

  • Dolceacqua (Ligurien)

  • Imperia (Ligurien)

  • Palombaggia Strand (Korsika)

Ligurische Küste mit Sanremo und Insel Korsika

Unser Reiseziel im April 2022 war das Piemont (Alba), die ligurische Westküste um Sanremo, sowie die Insel Korsika.

unsere Route:

Reisedauer:  5 Wochen, vom 26. März bis 29. April 2022

zurückgelegte Strecke:  1'800 km (ohne Ausflüge auf Korsika)

 

Endlich wieder einmal am Meer...

Ende März 2022 brachen wir zu unserer 13. Womo-Tour auf. Bei schönem Frühlingswetter fuhren wir samstags durch die Innerschweiz, den Gotthardtunnel und das Tessin ins Piemont. Unser erstes Tagesziel war der Campingplatz in Alba. An der Reception wurde uns überraschend mitgeteilt, dass der Camping noch eine Weile geschlossen bleibe. Alternativ blieben nur die Parkplätze rund um Alba (es gibt einen kostenlosen, sehr grossen Platz direkt vor den Toren der Altstadt).

Am frühen Nachmittag schlenderten wir durch die Altstadt und genossen einen feinen Apéro, die Frühlingssonne trieb die Leute nach draussen und so herrschte viel Betrieb in der Stadt.

Apérol Spritz mit feinen Häppchen, eben typisch italienisch

Bummel durch die Gassen von Alba

An jeder Ecke wurden italienische Spezialitäten angeboten

Müde kehrten wir zu unserem Womo auf den Parkplatz zurück und verbrachten dort eine ruhige Nacht.

Am Sonntagmorgen genossen wir in einer Bar einen feinen Cappuccino und Croissants, bevor wir Richtung Cuneo aufbrachen. Trotz des milden Wetters war es ein sehr dunstiger Tag und zum Fotografieren völlig ungeeignet. In Cuneo fanden wir den einzigen Stellplatz (7 Plätze) rasch – leider war dieser jedoch bereits belegt. Auf dem grossen Parkplatz nebenan wären noch genügend Plätze frei gewesen und ein Schräglift führt die Besucher vom Parkplatz direkt in die Altstadt. Wir entschieden uns trotzdem an die ligurische Küste weiter zu fahren. Das Piemont ist nicht unbedingt ein Camperparadies und der Herbst ist die schönere Zeit um in diese Gegend zu fahren.

Am zweiten Tag erreichten wir Sanremo, wo wir sofort einen herrlichen Stellplatz auf dem Camping Villaggio dei Fiori fanden. Wir buchten für sieben Tage, um die Gegend ohne Zeitdruck kennen zu lernen.

Unser schöner Stellplatz auf dem Villaggio die Fiori in Sanremo, umgeben von Palmen mit Blick auf das Meer

Radweg Sanremo – San Lorenzo al Mare

Im Jahr 2011 wurde dieser herrliche, 24 km lange Radweg eröffnet. Der Radweg gehört zu den Schönsten von Europa, er wurde auf dem ehemaligen Bahntrassee erstellt. Der flache Weg führt dem Meer entlang und er gibt viele Panoramaausblicke frei und durchquert hübsche Ortschaften. Der Radweg beginnt unmittelbar nach dem Campingplatz und in Kürze erreicht man die Altstadt von Sanremo.

Der herrliche Radweg von Sanremo nach San Lorenzo

In Riva Ligure genossen wir in der Trattoria della Salute ein feines Mittagessen (direkt aus der Pfanne)

Das Atelier Tiporafico in Riva Ligure erinnerte mich an meine berufliche Lehrzeit. Wie die Zeit doch vergeht und sich die Technik im Laufe der Jahre wandelte!

Uferpromenade in der kleinen Ortschaft Riva Ligure

Sanremo

Am Dienstag besuchten wir die Altstadt von Sanremo. Dienstags ist jeweils Markttag mitten im Zentrum auf der Piazza Eroi Sanremesi von 8 bis 14 Uhr. Direkt am Markt steht auch die Markthalle, wo italienische Spezialitäten, Gemüse und Früchte angeboten werden. Am Markt selbst bietet sich das gewohnte Bild von italienischen Märkten, trotzdem ist es immer wieder schön durch die Stände zu schlendern und das Geschehen zu beobachten.

Dienstagmarkt in Sanremo

Markthalle Sanremo

Roller, das ideale Fortbewegungsmittel in italienischen Städten

Nach dem Marktbesuch gönnten wir uns eine Stärkung

Sanremo bietet lange Fussgängerzonen zum Shoppen, sowie einige Sehenswürdigkeiten, wie die russisch-orthodoxe Kirche.

Die russisch-orthodoxe Kirche in Sanremo

Nach einem Besuch der Ehefrau von Zar Alexander II, entstand die Idee in Sanremo eine russische Kirche zu bauen (1912)

Das Casino von Sanremo ist ein bekannter Spiel- und Unterhaltungskomplex. Hier findet seit 1951 das jährliche Schlagerfestival Mitte Februar statt – Italiens bedeutendster Musikwettbewerb.

In der Fussgängerzone sind alle Sieger das Sanremo-Festivals verewigt

Hoch oben in der Altstadt thront die Kirche «Santuario della Madonna della Costa». Vom Zentrum führen steile, verwinkelte Gassen durch die Altstadt nach oben zur Kirche.

Verwinkelte Gassen durch die Altstadt Sanremos

Die Kirche «Santuario della Madonna della Costa » hat einen wunderbaren Platz oberhalb der Altstadt

Blick von der Kirche über die Altstadt

Regentag

Am Mittwoch regnete es mehr oder weniger den ganzen Tag, so dass wir diesen im Wohnmobil verbrachten.

Regentag im Wohnmobil

Nach dem Regen scheint die Sonne – ein Tag in Dolceacqua

Ein herrlicher Frühlingstag erwartete uns und so beschlossen wir Dolceaqua zu besuchen. Unweit von unserem Campingplatz hält der Bus nach Ventimiglia (12 km). In Ventimiglia konnte uns niemand sagen, an welcher Bushaltestelle der Bus nach Dolceacqua abfährt, so stiegen wir kurzerhand in ein Taxi (7 km). Die Bustickets kauft man am besten im Voraus in einem Tabakkiosk, da in vielen Bussen kein Ticketkauf möglich ist.

Dolceacqua ist ein italienischer Bilderbuchort mit etwa 2'000 Einwohnern. Das Dorf liegt am Fluss Nervia, welcher bei unserem Besuch kaum Wasser führte. Der Dorfkern besteht aus einem Labyrinth aus Gassen und alten Häusern. Ganz oben thront die Burg aus dem zwölften Jahrhundert.

Der hübsche Ort Dolceacqua

Steile und dunkle Gassen führen durch den Ort zur Burg

Einziger kleiner Dorfladen in den Gassen

Künstlerisch gestalteter Hauseingang

Wir begegneten einem einsamen Dorfbewohner

Die Burg Dolceacqua

Blick von der Burg auf das Dorf Dolceacqua

Eine fein schmeckende, wohlverdiente Pizza

Mit schönen Eindrücken, aber müde kehrten wir nach Sanremo zurück. Für die Busfahrt von 20 km benötigten wir zweieinhalb Stunden – mit Umsteigen und Wartezeiten. Fahrpläne werden in Italien halt nicht immer eingehalten.

Ausflug zum Künstlerdorf Bussana Vecchia

Das überraschend schöne Frühlingswetter animierte uns eine Fahrradtour nach Bussana zu unternehmen (30 km), anstelle des geplanten Marktbesuches in Ventimiglia. Kaum zu glauben, dass es heute in unserem Wohnort nochmals schneite.

Wir benutzten wiederum den wunderbaren Radweg bis Bussana. Von hier geht es bergauf zum alten Dorf Bussana (Bussana Vecchia), welches im Jahr 1887 durch ein Erdbeben beinahe vollständig zerstört wurde und dabei 2'000 Menschen ihr Leben verloren. Die überlebenden Einwohner lebten einige Jahre in Hütten, bevor sie das zerstörte Dorf verliessen und das heutige Bussana im Tal unten erbauten. Anfangs der 60er Jahre gründeten Künstler eine Kolonie, welche die übrig gebliebenen Häuser restaurierten, eine Wasserversorgung und Abwassersysteme errrichteten. Die Häuser wurden nicht wieder aufgebaut, sondern im bestehenden Zustand bewohnbar gemacht. Dies macht den besonderen Reiz des Ortes aus.

Auf dem Radweg Sanremo nach Bussana Vecchia

Der Radweg führt auch durch einige ehemalige Eisenbahntunnels

Überall sahen wir reife Orangen und Zitronen auf den Bäumen

Blick vom Radweg zurück nach Sanremo

Kaffeehalt am Radweg

Blick in die ligurische Hügellandschaft

Bussana Vecchia

Gassen in Bussana Vecchia

Sichtbare Wunden des Erdbebens von 1887

Bussana Vecchia mit der Kirche, was noch davon übrig geblieben ist

Velotour zur Wallfahrtskirche «Santuario di Lampedusa» in Castellaro (38 km)

Die Sonne und der wolkenlose, blaue Himmel luden zum Frühstück im Freien ein. Nach dem gemütlichen Frühstück mit frischen Croissants vom nahen Carrefour (täglich geöffnet von 07 bis 24 Uhr) nahmen wir unsere Fahrräder und fuhren den uns vertrauten Radweg von Sanremo bis Arma. Wir durchquerten den Ort Richtung Taggia und dann hoch nach Castellaro zur Wallfahrtskirche. Die Strasse wurde immer schmaler und steiler, bis 25% Steigung. So wurden wir trotz E-Bikes gefordert. Nach 19 km erreichten wir die etwas ausserhalb von Castellaro am Hügel gelegene Wallfahrtskirche.

Blick zur Wallfahrtskirche «Santuario di Lampedusa»

Leider haben wir keine vernünftige Beschreibung zur schönen Kirche gefunden und was es für eine Bewandtnis mit ihrem Namen hat ist uns auch nicht klar.

Hier oben bei der Kirche hat man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick in die Landschaft. Leider bewölkte sich der Himmel bei unserem Besuch immer stärker und ein Regenguss kündigte sich an.

Blick auf Tiagga, die Gewächshäuser und die  Autobahnbrücken

Arma die Tiagga liegt direkt am Meer

Tiagga selbst liegt etwas abseits, ist aber wesentlich grösser als Arma

Das hübsche, aber abgelegene Bergdorf Castellaro

Cervo

Nach einer herrlichen Woche in Sanremo fuhren wir 40 km ostwärts nach Cervo auf den Camping Lino. Hier wurden wir freundlich empfangen und uns ein schöner Stellplatz zugewiesen. Wir bummelten durch den hübschen Ort (sehr steile und schmale Gassen) und genossen einen feinen Apéro mit Meerblick.

Bilderbuchdorf Cervo

Die imposante Kirche «San Giovanni Battista» in Cervo

Der barocke Innenraum der Kirche

Campingplatz Lino direkt am Meer

Cervo im Abendlicht

Diano Mare

Am zweiten Tag in Cervo fuhren wir mit dem Fahrrad ins 3,5 km entfernte Diano Mare, wo am Dienstag Markttag ist. Diano Mare ist im Gegensatz zu Cervo sehr touristisch ausgerichtet. Es gibt eine schöne lange Strandpromenade mit Sandstrand und jede Menge Strassencafés. Leider gibt es auch sehr viel Strassenverkehr und Radwege suchten wir vergeblich.

Imperia

In wenigen Schritten vom Campingplatz entfernt gibt es eine Bushaltestelle der Linie 12 Andora – Sanremo. So konnten wir entspannt die rund 20minütige Fahrt geniessen und mitten im Zentrum von Imperia aussteigen. Imperia besitzt eine schöne Altstadt und viele Einkaufsmöglichkeiten.

Auch in Imperia Oneglia gibt es einen Wochenmarkt (mittwochs), jedoch wesentlich kleiner als in Diano Mare

Der Hafen von Imperia Oneglia ist nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt

Blick von Imperia nach Porto San Maurizio

Andora Mare

Wir hofften dass sich die heutige Bewölkung bis Mittag verzieht und verbachten die Zeit mit Lesen im Womo. Dann brachen wir auf und fuhren mit unseren Velos in das etwa fünf Kilometer entfernte Andora Mare. Von der Hauptstarsse sahen wir immer wieder auf das ehemalige Eisenbahntrassee, welches auf seine weitere Erschliessung als Radweg wartet. Die EU hat wohl mehrere Millionen Euro für dieses Projekt gesprochen, welche jedoch irgendwo sonst versickert sind. Schade, das wäre eine wunderbare zusätzliche touristische Erschliessung für Ligurien geworden.

Blick auf Andora Mare

In Andora Mare spazierten wir durch den noch verschlafenen Ort. Der Kontrast zur Badesaison könnte nicht grösser sein. Wir fanden zufällig ein gutes italienisches Restaurant, welches rappelvoll war. Wir haben im Ristorante Tortuga hervorragend gegessen. Da es im Ort nicht mehr viel zu besichtigen gab fuhren wir wieder zurück und verbrachten den Tag auf unserem Stellplatz in Cervo.

Windiger, aber sonniger Tag

Wir fuhren nochmals nach Diano Mare. Dieser Ort bietet eine lange, sehr schöne Promenade dem Meer entlang. Im Zentrum gibt es zwei grosszügige Fussgängerzonen, ideal zum bummeln. Wir geniessen das Schlendern, einen Apéro trinken und wieder gemütlich zurück zum Campingplatz.

Apérogenuss in Diano Mare

Auf dem Campingplatz erlebten wir am späteren Nachmittag einen stürmischen Wind

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Cervo erlebten wir noch eine traumhafte Abendstimmung

Wir nahmen nach zwei wunderschönen Wochen Abschied von der Ligurischen Küste

Weiterfahrt zum Fährhafen in Vado bei Savona

Da die Fähre erst um Mitternacht den Hafen verliess blieb uns noch ein ganzer Tag, um die knapp 70 km entlang der Küste zurückzulegen. Der Palmsonntag begrüsste uns nochmals mit herrlichem Frühlingswetter. Kurz nach Noli ergab sich eine überraschende Möglichkeit unser Womo am Strassenrand zu parkieren. So konnten wir dem Meer entlang zurück zum kleinen, aber sehr sehenswerten Noli spazieren. Wir bummelten mehrfach durch den Ort und genossen nochmals ausgiebig einen italienischen Aperitif und den italienischen Frühjahressonnenschein.

Promenade in Noli

Am Meeresstrand waren noch einige Fischerboote anzutreffen, welche immer noch täglich im Einsatz sind

Die Einheimischen nutzten das schöne Wetter um am Strand zu liegen und sich ein Picknick zu gönnen

Diese Strandschönheit genoss ebenfalls ein Sonnenbad

Gassenbummel in Noli

Künstlerisch dekorierte Haustüre

Die alte Kirche von San Paragorio, erbaut um 1889, welche am Dorfrand von Noli steht – sie war leider geschlossen

Überfahrt nach Korsika

Im Fährhafen von Savona trafen wir Martins Familie, mit welcher wir die nächsten zwei Wochen Ferien auf Korsika verbringen werden.

Nach unendlich langer Wartezeit konnten wir um Mitternacht dann auf die Fähre fahren, welche mit einer Stunde Verspätung nach Korsika übersetzte. Die Nacht verbrachten wir in einer Kabine, so erreichten wir ausgeruht am Montagmorgen, um neun Uhr Bastia.

Es erwartete uns ein dreiwöchiger Aufenthalt auf Korsika

Nach mühsamer Durchfahrt durch Bastia fuhren wir rund 90 km übers Gebirge bis Calvi auf den Campingplatz «Les Castors», wo wir im Nu Wohnwagen und Camper installiert hatten. Nach einer Kaffeepause und Lebensmitteleinkauf im Supermarkt fuhren wir in die Nähe von Lumio, wo wir den Nachmittag mit einer gemütlichen Küstenwanderung die herrliche Landschaft und die Sonne genossen.

Küstenwanderung in der Nähe von Lumio

Die Mittagsblumen standen noch in voller Blüte

Rotmilane kreisten über der Küste

Eidechsen krochen auch schon aus den Felsspalten

Zudem trafen wir einen in Stein gewordenen Delphin an, der Gesellschaft erhielt

Blick auf die Zitadelle von Calvi – im Hintergrund war der letzte Schnee in den Bergen erkennbar

Schnee auf Korsika

Was vielen Urlaubern nicht präsent ist, auf der Insel gibt es drei Skigebiete. Heute fuhren wir durch das Ascotal, welches im Sommer viele Urlauber anzieht, die sich hier im Fluss Asco schöne Badestellen suchen. Im Winter kann zuhinterst im Tal auf Haut Asco (1450 m) Ski gefahren werden.

Wir durchquerten das kleine Bergdorf Asco und fuhren weiter zur schönen genuesischen Brücke, wo wir Mittagsrast hielten.

Genuesische Brücke über den Fluss Asco

Martin hat sich zum Tagesziel erklärt, dass wir in Haut Asco Schnee holen, um einen Schneemann am Badestrand von Calvi zu bauen. Dazu füllten wir drei Kisten mit Schnee, welche wir im Kofferraum verstauten. Mit dieser Fracht fuhren wir wieder talwärts. Wir hofften, dass sich der Schnee – bei doch 17 Grad – nicht zu Wasser auflöste. Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt schleppten wir die Kisten in Calvi an den Strand und bauten dort unseren Schneemann: Brrrh, gab das kalte Hände!

Schnee in Kisten abfüllen in Haut Asco und mit dem Auto an die Küste von Calvi fahren

Wir posierten mit unserem Schneemann, den wir mit grossem Aufwand am Strand von Calvi gebaut hatten

Ruhetag in Calvi

Heute bummelten wir durch Calvi und genossen, dass überhaupt nichts los war – kein Vergleich zur Hauptsaison. Im Hafen tranken wir einen Apéro und assen fein zu Mittag.

Auf Korsika blühen im Frühjahr auf den Wiesen viele Asphodèle-Pflanzen (Grasbaumgewächs). Früher wurden die Knollen zu Mehl verarbeitet, deshalb wurde die Pflanze auch als «Arme-Leute-Essen»-Pflanze genannt.

Die Asphodèle-Pflanze blühte in grossen Massen in den korsischen Wiesen

Bonifacio

Heute verliessen wir Calvi und überquerten die Insel nach einer beinahe vierstündigen Autofahrt über Corte, Aléria und Porto Vecchio. Wir installierten uns auf dem schönen Campingplatz «U Farniente» in Bonifacio. Trotz des trüben Wetters erlebten wir noch eine schöne Abendstimmung.

Für einen kurzen Fotostopp auf den Klippen vor Bonifacio reichte die Zeit gerade noch, um die Abendstimmung einzufangen

Tagesausflug nach Arillavu, einem verlassenen Dorf – Campoloro – Sartène zur Karfreitagsprozession

Arrilavu, ein verlassenes Dorf

Auf Korsika gibt es noch einige unbewohnbare Dörfer. So unter anderen Arillavu, das 1938 von den letzten Bewohnern verlassen wurde. Da solche Dörfer über eine mangelhafte Infrastruktur verfügten und schlecht erreichbar waren, wurden sie aufgegeben.

Ab Porto Vecchio ist der Wanderweg nach Arillavu mit dem Auto in etwa 50 Minuten erreichbar. Beim Start zum gelb markierten Weg kann am Strassenrand parkiert werden. Ab hier führt der schöne Weg durch den Wald immer leicht bergauf.

Wanderung zum verlassenen Dorf Arillavu

1938 wurden diese Häuser von den Bewohnern verlassen

Eingemeisselte Inschrift über einem ehemaligen Hauseingang

Esther hatte den Durchblick

Ehemaliger Gemeinschafts-Dorfbackofen

Noch schwach erkennbare Innschrift mit fünf F, welche «Fortuna, Fami Fà una Felice Fine» bedeuteten.

Grosi und ihre beiden Enkelinnen Alina und Luana hielten Rast

Alter, knorriger Olivenbaum

Campoloro

Die Fahrt nach Campoloro hatte sich in unserem Fall nicht gelohnt, da wir keine Zeit mehr hatten, um eine Wanderung zum Turm oder der Küste entlang zu unternehmen. An der Küste gibt es schöne Granitfelsen zu bestaunen. Eine Einkehr war auch nicht möglich, da noch alle Lokale geschlossen waren.

Das kleine Dorf Campoloro liegt an einem schönen Badestrand

Eine Wanderung zum Turm oder der Küste entlang soll schön sein

Sartène – Karfreitagsprozession

Sartène mit seinen engen Gassen ist immer einen Besuch wert, jedoch besonders am Karfreitag zur Prozession. Der einzige Nachteil: Diese Prozession ist so bekannt, dass sie unendlich viele Menschenmassen anzieht.

Blick auf das schön gelegene Sartène

Gassen in Sartène

Der Zentrumsplatz mit der Kirche am frühen Abend: Wir hatten Glück und fanden um 18 Uhr noch ein Restaurant mit schönen Platz im Freien, um gemütlich zu essen und dem Treiben in der Altstadt zuzuschauen

Die Menschen sammelten sich, und erwarteten den Beginn der Prozession, um 21.30 Uhr

Pünktlich, um 21.30 Uhr startete die Prozession durch die Stadt, mit einem unsäglichen Zuschauer-Gedränge

Der ganz in Rot verkleidete Jesus musste das Kreuz tragen und eine schwere Kette am Fussgelenk nachschleppen

Ein echt beschwerlicher Weg durch die engen und steilen Treppenstufen in den Gassen

Vor der Kirche, im Zentrum fand dann die Schlusszeremonie statt. Unzählige Smartphones und Kameras wurden gezückt und hochgehalten. Die Menschen drängelten und ein vernünftiges Foto zu schiessen war schwierig und eher ein glücklicher Zufall, wenn es einigermassen klappte.

Nach eineinhalb Stunden war die Prozession beendet und es fand noch eine Predigt statt, welcher wir nicht mehr zuhörten. Wir machten uns sofort auf die einstündige Heimfahrt und erreichten müde, aber mit einem eindrücklichen Erlebnis unseren Campingplatz bei Bonifacio.

Porto Vecchio

Nach zwei Nächten in der Nähe von Bonifacio fuhren weiter nördlich nach Porto Vecchio auf den Campingplatz «U Pirellu», der etwa drei Kilometer vom Strand von Palombaggia liegt. Dieser Campingplatz eignet sich vor allem für Camping mit Zelt oder als Mieter eines Bungalows. Für grössere Wohnmobile und Wohnwagengespanne ist der Platz nicht empfehlenswert, da das Gelände sehr steil ist und die Platzverhältnisse eng sind. Da Der Platz erst bei unserer Ankunft Saisoneröffnung hatte und noch wenig Betrieb war, konnten wir uns trotzdem gut installieren.

Blick auf Fähren im Hafen von Porto Vecchio

Sumpflandschaft vor Porto Vecchio – einige Flamingos machten hier Halt

Wunderschöne Strände in der Nähe von Porto Vecchio

Den Nachmittag verbrachten wir mit dem Besuch von zwei schönen Stränden, in der Nähe von Port Vecchio. Zuerst besuchten wir den kleinen, aber wunderschönen Strand Caratoggio. Der Strand ist nur nach einem etwa zwanzigminütigen Fussmarsch erreichbar.

Blick auf den Strand Caratoggio

Bilderbuchstrand Caratoggio

Nachdem wir den Caratoggio-Strand bestaunt hatten, fuhren wir weiter südlich zum Strand Santa Giulia. Dieser Strand ist wesentlich grösser und hier war bereits sehr reger Betrieb. Viele Einheimische nutzten das schöne Frühlingswetter an den Ostertagen, um sich am Strand zu vergnügen.

Der lange, feinsandige Strand von Santa Giulia

Der Strand wird durch verschiedene Granitformationen unterteilt

Es herrschte über Ostern bereits reger Strandbetrieb

Ostersonntagabend in Porto Vecchio

Am frühen Abend fuhren wir nach Porto Vecchio für einen Stadtbummel und um in einem Restaurant ein feines Abendessen zu geniessen.

Mit dem Fahrrad ist Porto Vecchio nach rund 10 km zu erreichen

Porto Vecchio

Wir sahen wiederum einige Flamingos im Sumpfgebiet vor dem Hafen

Zentrum von Porto Vecchio

Neben der Kirche steht diese Kapelle

Österlich geschmückte Kirche von Porto Vecchio

Blick auf den Hafen

Ausflug zur Cascade de Piscia di Ghiaddu im Val di Rocca

Bei wiederum herrlichem, aber sehr windigem und frischem Wetter fuhren wir zum Aussichtspunkt L’Ospédale.

Aussichtspunkt L’Ospédale

Unsere Weiterfahrt führte an einem Stausee vorbei

Beim Wasserfall gibt es einen grossen Parkplatz und ein kleines Restaurant. Ab hier erreicht man nach einer etwa einstündigen Wanderung den Aussichtspunkt des Wasserfalls.

Nach kurzer Marschzeit sahen wir diesen kleinen, aber auch sehr schönen Wasserfall

Zwischenzeitlich mussten wir eine kleine Wasserstelle überqueren

Die Wanderung war landschaftlich sehr reizvoll

Interessante Gesteinsformationen, welche auch zu einer Rast einluden

Wir erreichten den imposanten Wasserfall

Um den Wasserfall in seiner ganzen Grösse anzusehen, muss nach dem Aussichtspunkt noch eine Kletterpartie von etwa hundert Metern in die Tiefe bewältigt werden, welche mit gutem Schuhwerk problemlos zu bewältigen ist

Strandtag in Palombaggia

Wir nutzten das schöne Wetter um einen Ruhetag am Strand zu verbringen. Bedingt durch Ostern waren viele einheimische Feriengäste und Wochenendurlauber unterwegs um ein Sonnenbad am Strand zu geniessen.

Vom Campingplatz «U Pirellu» liegt der Strand drei Kilometer entfernt und ist problemlos mit dem Fahrrad zu erreichen. Wir spazierten kilometerweit auf dem feinen Sand und genossen unterwegs ein feines Mittagessen und ein Glas Wein.

Herrlicher Palombaggia-Strand nahe Porto Vecchio

Am kilometerlangen Sandstrand genossen wir einen ausgedehnten Spaziergang

Zwischendurch ist der Strand mit roten Felsen unterbrochen

Herrliches, aber windiges Wetter begleitete uns

Bruzzi-Wanderweg in Pianottoli-Caldarello

Nach einer etwa 50minütigen Autofahrt vom Camping «U Pirellu» über Porto Vecchio, Sotta, Figari und Pianottoli-Caldarello erreichten wir den Naturpark «Bruzzi». Am Strassenrand hat es einige Möglichkeiten das Auto zu parkieren. Ab hier führt eine herrliche, relativ einfache Rundwanderung mit wunderbaren Blicken auf das Meer. Der Wanderweg ist abwechslungsreich, vorbei an sehenswerten Gesteinsformationen, durch blühendes Gebüsch und ab und zu über Stock und Stein. Wir benötigten mit einer Mittagsrast rund zwei Stunden für die Runde.

Start zur Rundwanderung «Bruzzi»

Der Weg ist gut begehbar

Hier beginnt der Rundweg

Entlang des Weges sahen wir eindrückliche Gesteinsformationen

Herrliche Blicke auf das Meer

Im Frühjahr blühten überall Ginster, Lavendel und weisse Röschen

In der Ferne erblickten wir den Genuesenturm «Tour d’Olmeto»

Wunderbare Bucht – leider herrschte bei unserer Tour kein Badewetter. Es war wohl schön, aber frisch und windig.

Kurze Rast, um die Naturschönheiten einwirken zu lassen

Weiter gings, unter kundiger Führung von Martin www.paradisu.de

Auf dem Rückweg zeigte sich die Landschaft von einer anderen Seite und das Wetter schlug langsam um

Hinweistafel auf den Naturpark

Nochmals eine schöne Gesteinsformation

Zwischen den Steinen entdeckten wir diese Blume

Camping Riva Bella in Linguizzetta

Nach zwei schönen, erlebnisreichen Wochen auf Korsika, zusammen mit Martins Familie, galt es nun Abschied zu nehmen. Martin und seine Familie fuhren nach Ajaccio auf die Fähre nach Toulon, von wo sie die Heimreise antraten. Wir konnten noch eine Woche auf Korsika bleiben und fuhren nordwärts Richtung Bastia, wo wir uns in Linguizzetta auf dem Camping Riva Bella niederliessen. Da es hier nur wenige Touristen hatte, konnten wir uns installieren, wo wir wollten.

Der Camping Riva Bella liegt sehr idyllisch zwischen dem Étang de Terrenzana und dem Meer. Im Naturschutzgebiet gibt es viele Vogelarten zu beobachten. Der Platz verfügt über eine sehr gute Infrastruktur, wie ein Restaurant und einen Spa-Bereich.

Weisse Reiher am Étang de Terrenzana

Distelfalter

Riesenheugümper (grosse Heuschrecke)

Am zweiten Tag auf Riva Bella unternahmen wir eine eineinhalbstündige Rundwanderung «Terrenzana und Diane» mit Blicken auf den Étang de Terrenzana, sowie auf den Étang de Diane. Leider war das Wetter sehr bewölkt und nicht einladend, um zu fotografieren.

Start zum Rundweg

Der Weg war teilweise wildromantisch, aber sehr leicht begehbar

Gute Wegbeschilderung

Blick auf den Étang de Diane mit der grössten Austernzüchtung Korsikas

Nachbau einer prähistorischen Behausung

Genuesenturm am Étang de Diane

Strandtage auf dem Campingplatz

Nach dem regnerischen Sonntag genossen wir das herrliche Wetter auf dem riesigen Campinggelände. Es war einfach herrlich in so schöner Natur – zwischen See und Meer – zu campieren. In einigen Schritten waren wir am Meer um ein Sonnenbad zu geniessen oder wir konnten an den See sitzen und das Vogelgezwitscher geniessen.

Frühstück auf dem Camping Riva Bella

Für ein ausgiebiges Bad im Meer war es doch noch etwas kalt

Zwischendurch konnten wir Vögel beobachten

Ein Spiel gehörte ebenfalls zu unserem Tagesablauf

Heimreise

Nach fünf Wochen kam der Zeitpunkt um Abschied zu nehmen. Am späteren Nachmittag verliessen wir den liebgewonnenen Campingplatz Riva Bella und fuhren  60 km bis zum Fährhafen in Bastia. Leider gibt es in Bastia praktisch keine Parkplätze für Wohnmobile. Es gelang uns jedoch im Wartebereich des Fährhafens auf der äussersten, linken Spur einen Platz zu finden. So konnten wir noch in die Altstadt spazieren und ein feines asiatisches Abendessen geniessen.

Im Wartebereich, drei Stunden vor Abfahrt

Die Fähre stand schon lange im Hafen. Mit dem Verladen begannen sie so spät, dass wir mit einer halben Stunde Verspätung, um 23 Uhr im Hafen von Bastia ablegten. Um 6 Uhr in der Früh, erreichten wir – mehr oder weniger ausgeruht den Hafen von Vada  Ligure bei Savona. Die 580 km lange Heimreise war auf den italienischen Autobahnen, trotz grossem LKW-Verkehr, problemlos. So erreichten wir am frühen Nachmittag wieder wohlbehalten unser Zuhause.

Ausfahrt aus dem Hafen von Bastia

 

Fazit unserer Reise:

Wir erlebten sowohl in Ligurien als auch auf Korsika herrliche Frühlingstage. Ausser zwei Regentagen hatten wir fünf Wochen lang schönes Wetter. Die meiste Zeit blies ein frischer Wind, so dass die gefühlten Temperaturen nach langen Hosen und einer Jacke verlangten. In Ligurien sahen wir viele pittoreske Ortschaften, die zum Bummeln einluden und der herrliche Radweg in Sanremo begeisterte uns. Korsika zeigte uns zum wiederholten Male seine landschaftliche Vielfalt und Schönheit. Eindrücklich war auch die Karfreitagsprozession in Sartène. Die Fährüberfahrten erlebten wir als eher mühsam, zudem setzte unser Wohnmobil bei der Einfahrt in Savona – trotz sehr vorsichtiger Fahrt – auf der Verladerampe auf.